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Franchimont
„Als Territorium im Jahr 898 gegründet, wurde das „Pays de Franchimont“ zur Kastellanei, die vom Fürstentum Lüttich bis zum Ende des Ancien Régime abhängig war. Dieses Gebiet wurde im 16. Jahrhundert zum „Marquisat“ Pays de Franchimont ernannt, denn seit Beginn des dieses Jahrhunderts haben die Fürstbischöfe sich selber „Marquis“ genannt.
„Die Burg Franchimont wurde um das 11. Jahrhundert erbaut. Um einen rechteckigen Hof errichtet, bestand das ursprüngliche Castrum – heute noch sichtbar – aus drei Gebäudeflügeln mit Bögen und einem massiven Donjon an der Ostseite. Im 12. Und 13. Jahrhundert wurde der Donjon mit rechteckigen Konstruktionen flankiert und, 1387, wurde die ganze Ostseite, die empfindlichste Stelle, von einem Schutzschild aus zwei Türmen und einem einfachen Sporn verstärkt. Unter Erard de la Marck (1505-1538) wurde die Festung gegen Artilleriefeuer gewappnet. Ein hoher fünfeckiger Mauergürtel schützt den einfachen Kern. Kreisförmige Kasematten, mit Kanonen ausgestattet, flankieren vier Ecken des Mauergürtels, während an der Nordseite ein mächtiger Artillerieturm mit Kasematten den Eingang schützt. 1793 wurde die Burg geplündert, verwüstet und dem Verfall überlassen. Nachdem sie im Laufe des 19. Jahrhunderts mehrmals den Besitzer gewechselt hat, wurde die Gemeinde Theux im Jahr 1959 zum Eigentümer, und 1967 ist der gemeinnützige Verein Les Compagnons de Franchimontfür die Instandsetzung und -haltung zuständig.
„Man entdeckt noch einen Latrinenturm, einen Backofen und einen 60 Meter tiefen Brunnen.
„An der Zugangsallee zur Burg Franchimont, erhebt sich das Monument Adrien Laguesse, welches an den Tod eines Kämpfers im Zweiten Weltkrieg erinnert. Am 11. September 1944 bemerken die Bewohner des Marktfleckens, dass sich deutsche Soldaten in den Wäldern von Franchimont aufhalten. 16 Männer begeben sich zum beschriebenen Ort, und nach einem Schusswechsel waren 27 von 28 Deutschen gefangen genommen, und ein Mitglied der Gruppe, Adrien Laguesse, wurde von einem Schuss mitten in die Brust getötet.
„Alle zwei Jahre (ungerade Jahre), leben hier die glorreichen Zeiten wieder auf: mit dem Mittelaltermarkt Franche foire, einer minutiösen Abbildung des Originals mit scharfem Blick für Authentizität. Dort begegnen Sie Kastellanen mit ihrem Gefolge und ihren Schützen, Händlern, Handwerkern, Gauklern, Bärenbändigern und anderen Jahrmarktgestalten. Sie können sich über die Schwänke der Komödianten amüsieren, während Spielleute ihre Fideln, Dudelsäcke und Spinetts erklingen lassen. Löschen Sie Ihren Durst in gastlichen Wirtshäusern und stillen Sie Ihren Hunger in malerischen Herbergen.“ 24 Oct 2012 13:38:07
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